Wunsch: Grabsteinspruch

22. Februar 2021

Nachkommen! Ich will gefälligst, dass auf meinem Grabstein einmal der Spruch „My pretty face is going to hell!“ prangen wird! Und jetzt kommt mir nicht mit „der Pfaffe hat’s verboten“ oder „das ist doch gar nicht pretty“ oder „wir haben deine Asche aber ins Meer geschmissen“ oder „es war kein Geld mehr da, du alter Lazzarone“! Macht gefälligst!

Omma!

22. Februar 2021

HIer folgt nun die Veröffentlichung eines älteren Textes, den ich schon geschrieben hatte, als meine Oma („Omma“) noch gelebt hat. Sie ist vor ziemlich genau einem Jahr gestorben, mit 99 Jahren, etwa vier Monate vor ihrem 100. Geburtstag, den sie eigentlich noch hatte feiern wollen. Tja, so ist das Leben wohl. Das war dann auch die erste Beerdigung, die ich organisiert habe, das kann ich dann wohl jetzt auch. Nun denn:

Gestern war ich mich meiner Großmutter (Rufname „Omma!“, obwohl ich Niederrhein und nicht Ruhrpott) auf dem Friedhof. Vielleicht ein wenig zu ihrer Person: sie ist die Mutter meines inzwischen toten Vaters, mittlerweile 97 Jahre als. Sie lebt in meiner Heimatstadt, 30 Autominuten, bzw. 1,5 Fahrradstunden, bzw. 2 Bahnstunden von meinem Wohnort entfernt, im Altenheim. Meine Mutter und mein Bruder wohnen in Steinwurfweite von ihr entfernt, interessieren sich aber kaum bis garnicht für sie. Zwischen ihr und meiner Mutter besteht so etwas wie ein sehr klischeehaftes Schwiegermutter-Schwiegertochter-Verhältnis, in dem nach inzwischen beinahe 50 Jahren keine mehr bereit ist, Verständnis für die andere aufzubringen. Ich habe da öfter mal zu vermitteln versucht, aber immer erfolglos. Ab und an bringt meine Mutter ihr mal etwas von der Apotheke, zu der sie selber nicht mehr gehen kann. Mein Bruder hat wohl seit Jahren kein Wort mit meiner Oma gewechselt.

Seitdem mein Vater tot ist, bin ich sowas wie der juristische Stellvertreter meiner Oma. Das heißt, ihr muss mich um ihren Kram kümmern. Ich hatte das mal etwas leichtsinnig unterschrieben, als mein Vater, der das zu Lebzeiten gemacht hat, noch scheinbar gesünder war mit der Vorstellung, dass der Fall – er stirbt vor seiner Mutter – jemals eintreten würde. Ich kümmere mich also um ihre Rechnungen, ihre Bankangelegenheiten und um die Vermietung ihrer Eigentumswohnung. Das geht selbstverständlich nicht ohne Komplikationen. Egal, das ist ein anderes Thema.

Wenn ich mit meiner Oma was unternehmen will, abseits vom kleinen Spaziergang vor dem Heim, muss ich mir ein Auto leihen. Taxifahren will sie nicht („Zu teuer!“) und Straßenbahn/Bus sind inzwischen zu anstrengend für sie. Ich leihe mir also ein Auto (meistens da meiner Mutter), sie fragt, ob das mein Auto sei. Ich sage nein, geliehen. Dann fragt sie dieselbe Frage weitere fünf male. Sie ist dement. Typischerweise kann sie sich an viele Episoden ihrer Kindheit/Jugend erinnern, die ich immer mal aufschreiben wollte. Wie man das so machen will. Beim letzten Friedhofsbesuch erzählte sie mir, dass ihr zweiter Mann (mein Opa), ein ziemlicher Tunichtgut gewesen sei; anstatt in der gemeinsamen Gärtnerei tüchtig Hand anzulegen, sei er eher mit dem Lieferwagen unterwegs gewesen und habe Laune gemacht, sie nannte das allerdings „Gesellschaft machen“. Ein vornehmer Ausdruck für wochentags vormittags in die Kneipe und den Bedienungen an den Hintern packen. Mein Oma schien – zumindest in dem Moment, in dem sie das erzählte – darüber weder erbost noch sonderlich beeindruckt insgesamt zu sein. Ich habe mich auch schon des Öfteren gefragt, ob sie beim Erzählen gar nicht gewahr ist, dass ich ihr Zuhörer bin und sie vielleicht eher sich selbst erzählt, was ihre Erinnerungen ihr vor dem inneren Auge grade zeigen. Auch bei einem Friedhofsbesuch erzählte sie mir neulich, dass sie als 15- oder 16-Jährige während ihrer Ausbildung zur Blumenbinderin (sie sagte immer „Kranzbinderin“) ein halbes Jahr auf einer Ostfriesischen Insel (welche, weiß ich nicht mehr) verbracht habe und dort wohl nicht grade zurückhaltend im Umgang mit den Burschen gewesen sei… hatte sie vorher noch nie drüber gesprochen und ich war auch etwas baff, dass sie mir das da so unvermittelt berichtete. Auf meine Nachfrage meinte sie nur „Wieso, du machst das doch bestimmt genauso!“. Herrlich, diese direkte Art. Recht hatte sie übrigens nicht.

Sie macht auf dem Friedhof immer wieder für mich unverständliche Dinge. Einmal steuerte sie mit ihrem Rollator vermeintlich die falsche Grabreihe an, ich rief ihr nach „Omma, das is‘ do‘ no‘ garnich‘ unsere Reihe!“, sie ignorierte mich aber scheinbar und setzte ihren Weg unbeirrt fort, allerdings nicht weit, direkt am ersten Grab in der Reihe blieb sie stehen und fuddelte umständlich in ihrer Handtasche herum, aus der sie dann ungeduldig ein Klappmesser zog. Damit säbelte sie dann ohne Worte und ohne mich zu beachten irgendwelche blühenden Zweige (Forsythien?) von einem Strauch, der auf dem Grab wuchs, ab, was mich zu dem Ausruf „Omma! Das kannste doch nicht machen, hier von dem Grab Zweige klauen!“ brachte, was sie barsch mit einem „Ach!“ abtat und weitersäbelte, bis sie die gewünschte Anzahl an Zweigen zusammen hatte, auf ihren Rollator packte, das Messer wieder verstaute und ihren Weg zu „unserem“ Grab fortsetzte. Dort trug sie mir dann natürlich auf, die stinkingen Blumen aus der Grabvase gegen die frisch besorgten Zweige auszutauschen. Vielleicht wird man so, wenn man alt ist. Eine Kollegin von mir, Anfang 60, meinte einmal, im Alter werde man schamlos. Mal sehen, noch schäme ich mich sehr. 😉

Empfehlung: Coole Metronom-App

26. Juli 2020

Hey, einige von euch machen vielleicht selbst Musik und benutzen dabei eine der praktischen Metronom-Apps. Ich habe im Proberaum in der Ecke eine besonders einfache aber anwendungsfreundliche Metronom-App gefunden, die auch noch werbefrei ist:

Grafik und Sound sind einfach, aber zweckmäßig, die Einstellmöglichkeiten begrenzt, aber ausreichend. Besonders praktisch für Proberäume: man braucht KEINE Netzverbindung! Habe ich inzwischen sehr zu schätzen gelernt.

Einziges Problem: im App-Store finde ich sie nicht. Vielleicht gibts die App nur für Android? Für Feedback diesbezüglich wäre ich dankbar!

Ey du…

14. Juli 2020

Musensohn!

Rauchen & Saufen

10. Juli 2020

 „Oh, Zigarettenwerbung geht demnächst nicht mehr…!“

„Egal, dann machen wir was für Alkoholiker!“

Netto hilft mal wieder in letzter Sekunde…

 

Life Hacks für junge Leute

2. Juni 2020

Ist es euch zu warm: Pullover ausziehen!

Ist es euch aber zu kalt: Pullover anziehen!

Genial!

Samstag Abend

28. Dezember 2019

Ich habe um 7 die Kinder ins Bett gebracht, das hat bis etwas nach 8 gedauert. Dann habe ich mir ein Bier aufgemacht, ein Weizen, und es zügig getrunken. Es war auch ziemlich lecker. Dabei hatte ich noch die ganze Zeit Appetit, irgendwas zu essen, habe aber nichts passendes gefunden. Also habe ich eine Scheibe Brot getoatstet (kein Toast) und das gegessen. Ok.
Anschließend habe ich langsam angefangen zu lesen, immer nur ein paar Zeilen, bin wieder rumgetigert, um nach was interessantem zu Essen zu gucken. Nix gefunden. Zweites Bier, ein Pils, aus der Flasche. Dazu ein bisschen Wasser, weil ich gemerkt habe, dass ich nicht gut lesen kann, wenn ich weiter Bier trinke. Im Buch ging es dann um sehr interessante Themen, unter Anderem um Wirklichkeit als Kennzeichen von Bedeutung in der Menschenwelt, aber auch für uns als Individuen.
Schließlich habe ich meinen neuen Fummelstein aus der Jackentasche geholt und damit rumgefummelt. Der fühlt sich ziemlich gut an und sieht auch ganz nett aus. Er stammt vom Hülser Berg und lag dort wahrscheinlich schon viele tausend Jahre.

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Fummelstein Vorderseite

Das habe ich bestimmt gut und gerne 20 Minuten gemacht, nur kurz unterbrochen von Gedanken, ob ich eigentlich bekloppt bin. Dann hatte ich mehr Lust zu lesen und hab mich mit dem Buch hingelegt. Weg mit dem Fummelstein. Scheinbar habe ich aber meinen haptischen Abend, denn auf Seite 410/411 überkam mich eine Lust, über die Seiten zu streichen. Das Papier ist ganz glatt, aber fühlbar. Die Mittelfalz eine Barriere und die Buchstaben, obwohl sie so aussehen, nicht zu ertasten. Kaum zu glauben, deswegen musste ich das immer wieder ausprobieren. Und es sieht auch schön aus, das Buch, immer wieder.

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Die besagten Seiten, randvoll mit Buchstaben, obwohl es ein Roman ist.

Ich lese jetzt noch ein bisschen weiter. Der Fummelstein hat noch eine recht schöne Rückseite und riecht interessant, irgendwie nach nasser Erde. Wenn man lange mit ihm herumfummelt, wird er warm, so, dass es sich anfühlt, als wäre er selbst warm.

Die Zeit vergeht (schnell!)

11. Dezember 2019

Arrgh, grade höre ich die „Porsche, Genscher, Hallo HSV“ von den Goldenen Zitronen. Diese Platte ist von 1988. Ich habe die vornehmlich Ende der 90er gehört, vor allem, als ich in den Herbstferien 1998 mit einem Kumpel in Berlin war. Die Platte kam mir damals unendlich alt vor. Die goldenen Zitronen haben damals ja auch schon ganz andere Musik gemacht.

Heute ist die Platte so gute 30 Jahre alt. 30 Jahre!! Berlin ist 20 Jahre her. Ich bin knapp 40, mein Leben ist (statistisch) etwa halb rum. Jedes Jahr vergeht gefühlt schneller. Und grade habe ich das ungute Gefühl, dass das hier fast wie eine F.J. Wagner-Kolumne klingt. Igitt! BTW, dessen Leben müsste doch (statistisch!) bald schon eigentlich mehr als ganz rum sein… Mathematik, tu‘ was!
Fender, Fender, Fender! Fender Stratocaster! (Ist aber nicht von der Porsche, Genscher, Hallo HSV).

Rasende Rennradfahrer*innen

4. Dezember 2019

In Kempen am Niederrhein ist ein Radfahrer, der auf einem Rennrad unterwegs war, zu Tode gekommen. Allerlei Tageszeitungen aus der Umgebung berichten, auch der Spiegel berichtet. Auf einem Radweg neben einem Baumarkt hatte ein LKW geparkt, weil der Fahrer sich nach dem Weg erkundigen wollte. Der Radfahrer, der keinen Helm trug, wie selbstredend alle Zeitungen betonen, fuhr mit hoher Geschwindigkeit gegen den parkenden LKW und verstarb im Krankenhaus an seinen Verletzungen.

Das ist tragisch.

In den Kommentaren finden sich nun zahlreiche Postings, in denen angemerkt wird, dass der Radfahrer ja dumm gewesen sei, keinen Helm getragen zu haben, dumm gewesen sei, gegen ein stehendes Hindernis gefahren zu sein, womöglich auf sein Handy geguckt habe. Dass Rennräder keine geeigneten Fahrzeuge für den Stadtverkehr seien. Dass Radfahrer generell oft riskant unterwegs seien, dass es eine Kennzeichenpflicht für Fahrräder geben müsse, dass der Radfahrer ja „mit hoher Geschwindigkeit“ gefahren sei.

Das ist widerlich.

Geile Arbeit!

2. Dezember 2019

Nach zwei Wochen krankgschrieben im Fieberbettchen (ähm, mehr oder weniger…) hatte ich heute meinen ersten Arbeitstag. Direkt rief mit ein Schüler anlässlich eines ungewollten Blickkontaktes „Was ist los, du Mongo?“ zu. Ich fühle mich zuhause.