Wie war das mit seltsamen Mailanhängen…?

28. Februar 2016

Mal wieder eine saublöde Werbung, diesmal von der Bundeswehr, was ja ganz gut passt. Ich öffne zumindest sicherlich keine Datei, die allen Ernstes „Karriere.zip“ heißt. 

 

Trojaner gefällig?

 
Ich wüsste allerdings schon gerne, wie der Inhalt der zugehörigen Mail lautet. 

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Die Sinnlosigkeit der Optiminerung für uns als Menschen

31. Dezember 2015

Man kann es hier und da lesen, viele von uns praktizieren es im Alltag wie ganz selbstverständlich, Selbstoptimierung ist mittlerweile zu einer Art Grundmaxime der Menschen, zumindest in der westlichen (säkularisierten?) Welt geworden.

Warum machen wir das? Darüber zerbrechen sich gescheite Leute den Kopf, meist kommen sie zu einem Schluss, der besagt, dass uns die Sinnsuche dazu verleitet, sozusagen als Überkompensation. Wir finden keinen Sinn im Leben, also konstruieren wir einen, der dann eben besagt „Sei optimal!“. So weit, so dämlich. Optimierung als Selbstzweck hält einem intensiveren Nachdenken nicht stand. Wenn wir kein Sinn, kein Ziel im Leben haben, kann da ja auch nichts sein, für dass wir optimal vorbereitet sein können. Es gab da mal einen grandiosen Cartoon in der Titanic, den ich aber leider seit Jahren nicht finde. Egal.

Denkbar wäre ja aber auch – Achtung: hanebüchene Theorie!!: Wir als Menschen sind nur ein „Sprungbrett“ für unseren evolutionären Nachfolger, eventuell eine von uns selbst entwickelte künstliche Intelligenz, die wir nebenher im Prozess unserer „Selbst“Optimierung erzeugen, damit sie uns dabei hilft. Irgendwann machen wir uns dann mit unserem emotionalen Pipikram, unseren Zipperlein, unseren Launen und was auch immer überflüssig, weil un-optimiert, und dann ist die Zeit für unseren Nachfolger gekommen. Strebsame Menschen mit ökologischem Gewissen wollen die Silvesterböllerei abschaffen. Ist ja auch irgendwie unvernünftig.

Schülerschublade: Justin Bieber

31. Dezember 2015

Der „echte“ Justin Bieber ist bekanntermaßen ein unreifer, dümmlicher Einfaltspinsel, der bar jeden Talentes die Welt mit dem stetigen Einfordern von Aufmerksamkeit und Beifall nervt. („Beweise“ finden wir hier, hier und hier). Ich bin natürlich nur neidisch. Natürlich.
Immerhin taugt der Kerl als weitere archetypische Gestalt für meine SchülerInnen-Systematik. Herr Bieber, der ja immerhin inzwischen so um die 20 ist, steht allerdings stellvertretend für eine Sorte Schulkind, das sich in der 6., 7., vielleicht noch 8. Klasse finden lässt. Was wiederum erklärt, warum so viele Mädchen in ebendiesem Alter auf ihn stehen. Aber darum solls hier ja gar nicht gehen. Also, erstmal die grundlegenden Eigenschaften des Justin Biebers:

  • Er ist sehr viel mit seiner Frisur, seinen Accessoires, bzw. seinem Aussehen allgemein beschäftigt; wirft sich in Pose, zeigt das seinen Nachbarn und lässt sich bestaunen, bemerkt allerdings nicht, dass das im Grunde alle mitbekommen und sich davon gestört fühlen. Im Unterricht sind das selbstverständlich die Lehrkraft und Schülerinnen und Schüler, die in Biebers Nähe sitzen müssen (z.B. weil Klassenräume einfach zu klein sind).
  • Justin versucht, zugleich seine Mitschülerinnen und seine Lehrkräfte bei Laune zu halten, indem er sein Generve herunterspielt und gelegentlich Beteiligung zeigt, die sich fast immmer als oberflächlicher Mist entpuppt, der versucht mehr zu sein, als er ist. Justin versteht nicht, warum er damit nicht durchkommt und reagiert a) empört und b) trotzig.
  • Seine Mitschriften sind oft ein unwürdiges Gekrakel. Material braucht er nicht (dank in-ear-Monitoring, hahaha…).
  • Er fühlt sich unverstanden. Überzeugt von seinem Talent und Intellekt kann er kaum damit umgehen, dass er kritisiert wird, anstatt dass ihm Bewunderung für seine „Beiträge“ (–> oberflächlicher Mist…) zuteil wird.
  • Er ist vollkommen d’accord damit, mit „Justin Bieber“ angeredet zu werden und empfindet das sogar noch als eine Art Kompliment.
  • In seinem Trotz verbündet er sich (aber nur locker und relativ unverbindlich!) mit der Prinzessin. Beide applaudieren sich gegenseitig.

Als Pädagoge hat man meist das Glück, dass Eltern, Mitschüler, Kollegen – wie beim echten Bieber – sehr genervt von Justins Verhalten sind. So kann man eventuell Druck auf ihn ausüben und ihn dazu bewegen, doch etwas aus seinem Leben zu machen und nicht später zwischen Kartbahn, Ausnüchterungszelle, BWL-Studium und Karneval zu scheitern.

Wie das Internet die Biologie verändert

7. Dezember 2015

😉

Schülerschublade: Die Prinzessin

3. Dezember 2015

Als „Biologe“ erfreue ich mich an Systematiken und es gibt (neben der Benennung einer von einem selbst neu entdeckten Art) kaum eine größere Freude, als selber ein neues Kategorisierungssystem für Lebewesen einzuführen. Hier folgt eins für Schulkinder (ja, altmodischer Begriff). Zunächst definiere ich „Die Prinzessin“:

Die Prinzessin ist, anders als der Name vermuten lässt, immer männlich. Warum also nicht „Prinz“? Der Grund ist einfach, die Prinzessin ist zu empfindlich, zu mimosenhaft, das unterscheidet sie im wesentlichen vom Prinzen. Woran erkennen wir also die Prinzessin?

Die Prinzessin ist oft ein cleverer Kerl mit oft auch erstaunlichem Wissen auf allerlei Gebieten und sie weiß das auch. Sie ist sehr von sich selbst, von ihrer Klugkeit und ihrem Wissen überzeugt und erwartet, dass alle anderen das genauso sehen und vor allem anerkennen.

Hier verlangt die Prinzessin vor allem Bestätigung, durch Mitschülerinnen und erst recht durch die Lehrkraft. Dabei ist die Prinzessin sehr empfindlich, was (auch positiv gemeinte, konstruktive) Kritik an ihrem Können anbelangt. Sie fühlt sich sehr schnell als Person beleidigt, geradezu stigmatisiert („Immer mache ich alles falsch!“, „Ist ja egal, was ich sage, für Sie ist das sowieso immer verkehrt!“, usw.) und beginnt dann leicht eine Art Grabenkrieg gegen die vermeintlich nicht wohlwollende(n) Person(en).

Dies macht sie auf eine biestige Art und Weise (Prinzessin!), indem sie nun geradezu permanent eine Sonderrolle einfordert und diese wiederum in ihrer „besonderen“ (quasi-adligen) Persönlichkeit begründet sieht. Es ist klar, dass an dieser Stelle bereits nicht mehr viel Positives zur Prinzessin zurückkommt, was ihren kindlichen (Prinzessin!) Zorn entfacht: sie beginnt zu diskutieren, grundsätzlich und immer, ohnehin zu den unangemessensten Zeitpunkten und bleibt auch nicht unbedingt sachlich. Wird sie argumentativ umzingelt, fällt sie in ihren Igelmodus der Beleidigtheit und Stigmatisierung zurück (Typisch: „Jaaajaaa…“, „Ist ja egal, was ich ihnen sage…“). Sie sieht sich als Opfer.

In der Hinterhand der Prinzessin steht oft eine Person, die die (ja offensichtlich umfassend durch sich selbst falsch wahrgenommene) Person der Prinzessin unterstützt. Dies ist oft eine Mutter, unterstützt durch „Satelliten“, welche Mitschülerinnen der Prinzessin sind, die die Prinzessin „niedlich“, „süß“, oder attraktiv finden oder einfach Mitleid mit ihrer selbstmitleidigen Art (–> „niedlich“, „süß“) haben.

Die Mutter der Prinzessin hat hierbei eine besonders starke Funktion: sie bestärkt die Prinzessin uneingeschränkt, über die Maßen und weitestgehend unkritisch. (Seit Fightclub wissen wir, wie gefährlich es ist, wenn Jungen vor allem durch ihre Mütter erzogen werden!) Die Mutter ist stolz auf ihren Sohn (…die Prinzessin…), hat sie ihm doch schließlich alles selbst beigebracht (durchaus eine Menge!) und ihm ihr Weltbild eingepflanzt. Die Mutter ist oft selbst kulturell sehr gebildet und von sich selbst eingenommen (evtl. Künstlerin, Journalistin,…), ihre Sicht steht weitestgehend außer Frage, daher ebenso das der Prinzessin und somit muss geradezu angenommen werden, dass Kritik am Verhalten der Prinzessin auf Fehler der Beurteilenden (…Lehrer!) zurückgeht. Dies stellt sie im Dialog mit ihrem Sohn immer wieder klar und unterstützt so die renitente Position ihres Kindes. Über den Vater der Prinzessin ist meist nicht viel bekannt, er kann leicht ein ideologisch vollkommen anders eingestellter Mensch sein, nur hat er, vielleicht aus Bequemlichkeit oder auch aus Schwäche, die Erziehung in weiten Teilen der Mutter der Prinzessin überlassen.

Die Prinzessin stellt eine große Herausforderung an Mitmenschen und besonders Pädagoginnen dar, weil sie eben sehr uneinsichtlich ist und immer ihre Extrawurst einfordert. Zu Selbstkritik ist sie nicht in der Lage, sie setzt eher alle Hebel in Bewegung, um jemandes vermeintliches Fehlverhalten („Die Aufgabe von Herrn X. war so formuliert, die KONNTE man garnicht beantworten…!“) publik zu machen und zu bekämpfen. Mit Hilfe ihres durchaus vorhandenen Charismas und ihrer prinzessinnenhaften Niedlichkeit zieht die Prinzessin leider immer wieder Mitmenschen auf ihre Seite, die dann leicht vernebelt und verblendet die überwiegend unrichtigen Vorwürfe der Prinzessin zunächst unterstützen.

Wenn ich für jeden dieser Sätze, jedes mal…

1. Dezember 2015

… ein Schnäpperken trinken müsste, wäre ich schon tot. Und das nach grade einmal zwei Jahren im Job.

„Was machen wir heute?“
„Noch eine Chance!“
„Aber der/die hat auch…“
„Da war ich nicht da!“ (stimmt aber nicht)

Individuell

26. November 2015

Kind in der KiTa, Omma im Heim, selber dem ganzen Tach arbeiten; jeder kocht sein eigenes Süppchen, und muss im Grunde allein klar kommen. Ob das klappen kann…?

Sinnvoller Zeitvertreib: RPGs am Computer! ;)

30. Oktober 2015

Bin schon vor einer ganzen Weile über diesen Blog gestolpert, auf dem ein ambitionierter Mensch in scheinbar chronologischer Reihenfolge Computer-Rollenspiele seit den 80ern durchspielt. Das ein oder andere habe ich sogar selber mal gespielt vor gefühlten 100 Jahren. Außerdem hat der Kerl, der da schreibt, einen coolen, trockenen Humor und eine witzige Schreibe. An einer Stelle bleibe ich immer wieder hängen: Klick! 😀

Nur keine falsche Scham!

17. Januar 2015

Ich mache gelegentlich Musik, nicht gut, aber gerne. Gelegentlich gibt es als Reaktion darauf, dass Personen sich demonstrativ die Ohren zuhalten und/oder mit sehr skeptischem Blick auf mein Gitarre/“Singen“ reagieren und was von „…besser aufhören!“ murmeln. Völlig normale Reaktion, mag man denken. Denke ich ja eigentlich auch. Eigentlich. Denn tätsächlich sollte es doch anders sein. Musik machen, egal wie schlecht man auch ist, sollte etwas völlig normales sein und kein Mensch sollte darauf so reagieren, dass es einem verleidet wird; ganz im Gegenteil! Man sollte jeden Menschen, der Musik macht, bekräftigen, ja, am Besten direkt mitmachen! Singen, Schrammeln, scheißegal, Hautpsache was machen. Das muss ja garnicht gut sein, kann es womöglich garnicht, weil man ja nie übt, weil immer alle so garstig gucken, sobald man damit anfängt.
Mein kleiner Sohn singt ständig, manchmal sogar im Schlaf. Heute Nacht hat er mit heiserer Piratenstimme „das müssen Männer mit Bärten sein…“ gesungen, ein Kinderlied von irgendeiner Kassette, ich habe es auch schon einmal gehört. Das ist toll! Auf dem Fahrrad auf dem Weg zum Kindergarten singt der Kerl, und ich tue es ihm gleich. Aus seinem Mund kommt „in der Weihnachtsbäckerei“, scheißegal, dass Januar ist. Ich singe vielleicht Bandiera rossa oder das Pipi Langstrumpf Lied. Ich freue mich wie Hulle, dass er singt und hoffe, dass er das immer so weiter macht und ich werde einen Teufel tun, ihm da einen blöden Kommentar zu zu drücken. Musik machen ist mit das Geilste, was es gibt und ich kann das nur jedem empfehlen. Wenn nur diese alberne Zier und diese Verlegenheit nicht wäre! Aufhören, sage ich und stattdessen ordentlich Krach machen!

„Ne Kiste Bier ist nicht das dümmste…

4. Januar 2015

…wat man sich so kaufen kann“; so lautet ein Liedtext einer vollkommen zu unrecht sehr unterschätzten Beatband. Naja. Habe mich heute davon auch mal inspirieren lassen und aus reiner Lust und Laune heraus eine Kiste einer Krefelder Bier“spezialität“ (geht so, eigentlich ein popeliges Altbier…) erstanden, die ich jetzt langsam und genüsslich leertrinken werde. Und wenn alle Pullen leer sind, kipp‘ ich noch ein Körnchen hinterher. Prost!